Montag, 13. Juni 2022

Es gibt noch Hoffnung

Vor ein paar Monaten habe ich einen Post über die Verwendung von eigentlich neutralen Begriffen, die heute in einem negativen Kontext gesehen werden geschrieben. Vor ein paar Tagen habe ich wieder einmal erlebt, dass offensichtlich ein Umdenken, zumindest bei einzelnen Personen stattfindet. Als regelmäßiger Nutzer des öffentlichen Personennahverkehrs bleibt es bei mir nicht aus, dass ich die ein oder anderen Wortfetzen aus Gesprächen meiner Mitmenschen mitbekomme. In diesem Fall hat sich eine Gruppe von Jugendlichen über die üblichen Themen unterhalten, wobei irgendwann die Bemerkung fiel, wie "behindert" eine Aktion doch gewesen sei. Interessant war die Reaktion der anderen Gruppenmitglieder, die sofort darauf hingewiesen haben, dass "man doch so etwas nicht mehr sagt." Es sei schließlich ziemlich "lame" diese Wort zu benutzen. Mal sehen, wie sich das weiterentwickelt. Mich würde es freuen, wenn wir wieder mehr darauf achten, welche Wörter eigentlich wertfrei genutzt werden sollten, und welche Wörter sich tatsächlich für eine Bewertung eignen. In dem Zusammenhang frage ich mich manchmal, ob unser Drang zur political correctnes nicht genau das Gegenteil bewirkt von dem, was es eigentlich bewirken soll. Wenn man nicht "scheiße" sagen darf, nutzt man halt andere Begriffe. Vielleicht sollten wir hier mit den "klassischen" Kraftausdrücken etwas gnädiger sein, bevor weitere Gruppen durch eine falsche Wortwahl herabgesetzt werden. Aber das ist eine andere Geschichte.

Mittwoch, 1. Juni 2022

Eine (kleine) Trendwende?

 Seit längerer Zeit geht man in der Wissenschaft davon aus, dass die Anzahl der Sprachen weltweit immer weiter abnimmt. Aktuell liegt die Anzahl der gesprochenen Sprachen laut Ethnologue, einem linguistischen Sammelwerk das sich darum bemüht alle Sprachen der Welt zu klassifizieren, bei 7151 Einzelsprachen.
Allerdings, kommen auch immer mal wieder neue Sprachen hinzu. In dem Vielsprachenstaat Indonesien wurde jetzt von Forschenden eine Sprache entdeckt, die von etwa 280 Personen gesprochen wird. Die Sprache, Jedek, unterscheidet sich von allen anderen Sprachen, die in dem Gebiet gesprochen werden, sodass sie innerhalb der Sprachwissenschaften als eigenständige Sprache und nicht als Dialekt eingestuft werden konnte.
Aufgrund der geringen Sprecherzahl ist es allerdings unwahrscheinlich, dass Jedek noch lange überleben wird. Bleibt nur zu hoffen, dass die Klassifikation früh genug abgeschlossen sein wird, bevor alle Sprecher*Innen verstorben sind.

Quelle: https://www.spektrum.de/news/bislang-unbekannte-sprache-in-malaysia-entdeckt/1541099

Montag, 23. Mai 2022

Die Erinnerung bewahren

Ich habe mich lange zeit an einem Projekt, das Schriftstücke aus der Zeit der Ersten Weltkriegs sammelt und transkribiert um die Informationen für die Nachwelt festzuhalten, beteiligt. Für mich war dieses Projekt eine spannende Reise in die Vergangenheit. Aber es zeigt mir auch mal wieder, wie sehr wir unsere Vergangenheit vernachlässigen. Anscheinend sind nur noch sehr wenige Menschen überhaupt in der Lage, die alte Schrift von "damals" lesen und entziffern zu können. Gerade in der heutigen Zeit bin ich allerdings der Meinung, dass ein Blick in die Vergangenheit lohnt um alte Fehler nicht neu zu machen, aber auch um die Ereignisse der letzten Jahrhunderte zu verstehen und zu analysieren. Ich bin der Meinung, dass die Geschichtsbücher dieser Welt nur einen Teil der gesamten Geschichte und deren Zusammenhänge abbilden können. Umso wichtiger ist es jedoch, dass das Wissen um die alten Schriften nicht in Vergessenheit gerät. Ich glaube, ich persönlich habe hier für mich eine neue Aufgabe gefunden. Das Projekt, von dem ich am Anfang geschrieben habe, bietet eine Vielzahl von Dokumenten, die bearbeitet und transkribiert werden müssen. Ich bin gespannt, welche Schätze, Tragödien, Liebesbotschaften oder Berichte am Ende transkribiert werden konnten.

 

Link

https://europeana.transcribathon.eu/

Freitag, 13. Mai 2022

Alles neu macht der Mai...

 ...so heißt es zumindest in einem Volkslied. Entstanden ist der Monatsname allerdings schon bereits im alten Rom. Dort wurde der Monat mit der Göttin des Wachstums und des Frühlings, Maia in Verbindung gebracht. Der Begriff "Wonnemonat" leitet sich übrigens nicht von dem Wort Wonne, also große Freude ab, sondern geht auf das althochdeutsche Wort "wunnimanod" zurück was soviel wie Weidemonat bedeutet. Schon früh war es in diesem Monat üblich, das Vieh vom Stall auf die Weite zu schicken, wo es dann den Sommer über verbringen konnte.
Übrigens, nicht in allen europäischen Sprachen ist der Monat als "Mai" oder eine ähnlich klingende Variation bekannt. Im Tschechischen nennt man den Monat "Kveten" genannt, was sich aus dem Wort "kvet" für Blüte ableitet. Die Finnen nennen den Monat "toukokuu", womit die Zeit der Aussaat gemeint ist. Der irische Begriff "Bealtaine" hingegen hat einen keltischen Ursprung und bezeichnete dort ein Frühlings- und Fruchtbarkeitsfest.
Wie auch immer ihr den Monat bezeichnet, ich hoffe ihr seid gut hinein gekommen und könnt die Maisonne ein wenig genießen.

Donnerstag, 28. April 2022

Zahlen Bitte!

 Huch, da ist mir doch fast ein kleines Jubiläum durch die Finger gerutscht. Dieser kleine Blog durfte kürzlich seinen 2.000 Aufruf feiern. Nicht, dass es etwas Besonderes wäre, aber ich nehme dieses Jubiläum doch gerne zum Anlass um mich ein wenig mit der Welt der Zahlen zu beschäftigen.
Unser Zahlensystem im Bereich der größeren Zahlen ist in einem Dreiersystem aufgebaut.
10³ = 1000 ("eintausend")
10^6 = 1.000.000 ("eine Million")
10^9 = 1.000.000.000 ("eine Milliarde") usw.
Wusstet ihr aber auch, dass es einen eigenen Begriff für 10^4, also "zehntausend" gibt?
Die so genannte Myriade zählte im alten Griechenland als Maßeinheit für eben diese Zahl, die sich auch in dem Begriff der "oberen Zehntausend" wiederfindet.
Eine Zählweise, die sich in China entwickelt hat, hat sich übrigens bis heute die 10.000 als Maßstab für größere Zahleinheiten festgesetzt. So werden größere Geldbeträge in Einheiten zu mehreren wan oder man angegeben, wobei 1 wan wieder 10.000 Einheiten entspricht.
Der japanische Begriff Banzai! hat sich daraus entwickelt und heißt übersetzt in etwa soviel wie "10.000 Jahre!" und bezeichnet den Wunsch nach 10.000 Jahren Glück. Mal sehen, ob sich dieser Blog als Relikt auch so lange hält. Wir werden es sicherlich nicht mehr miterleben aber interessant ist diese Vorstellung schon.

Es gibt noch Hoffnung

Vor ein paar Monaten habe ich einen Post über die Verwendung von eigentlich neutralen Begriffen, die heute in einem negativen Kontext gesehe...