Dienstag, 21. Dezember 2021

Fröhliche Weihnachten

 Wenn man sich den Begriff "Weihnachten" in den verschiedenen Sprachen Europas ansieht, entdeckt man einige interessante sprachgeschichtliche Zusammenhänge. Während sich der deutsche Begriff aus dem mittelhochdeutschen Wort wîhen , was soviel heißt wie "weihen", ableitet, bezieht man sich in den romanischen Sprachen mit "Noël","Natale" und "Navidad" auf die römischen Wurzeln und bedient sich an dem lateinischen Wort "natalis", also "zur Geburt gehörend". Das skandinavische "Julfest" hingegen hat sich aus den heidnischen Festen zum Mittwinter entwickelt, das als "Jule" bekannt gewesen ist.

So oder so wünsche ich Frohe Festtage, hier geht es im neuen Jahr weiter.

Donnerstag, 9. Dezember 2021

Moses und die Vetternwirtschaft

 Wir leben in einer Welt, in der immer häufiger darauf geachtet wird, bloß die richtigen Begriffe zu verwenden, um auf gar keinen Fall irgend eine Personengruppe herabzuwürdigen oder anzugreifen. Die Diskussionen über "Zigeunerschnitzel" und "Negerküsse" dürften bei den meisten Personen noch im Gedächtnis sein. Interessant ist bei der gesamten Debatte über "political correctness" im Sprachgebrauch, dass sie auch hier (vermutlich weil es zu aufwändig erscheint) nicht konsequent durchgezogen wird.

Der Begriff "mauscheln" oder "Mauschelei" ist so ein Begriff, der in meinen Augen weitaus mehr Aufsehen erregen sollte, als die oben genannten Speisen. Der Ursprung dieses Synonyms für Vetternwirtschaft oder Klüngeleien ist nämlich von dem jüdischen Namen "Mosche", also Moses abgeleitet. Demnach hat man schon im 17. Jahrhundert jüdische Händler, die aufgrund ihrer Geschäftstüchtigkeit nicht immer den besten Ruf hatten, als "Mauschel" bezeichnet und wenn jemand mauschelte, sprach oder handelte er stereotypisch wie ein Jude, also den antisemitischen Vorurteilen zufolge , die auch damals schon vorhanden gewesen sind, wie ein Betrüger oder Wucherer.
Gerade in letzter Zeit erleben wir wieder verstärkt einen offenen Antisemitismus, der gerade in Deutschland eigentlich mit aller Deutlichkeit und Konsequenz unterdrückt werden sollte. Nicht zuletzt die in meinen Augen perverse Umdeutung der während des NS-Regimes verwendeten Judensterne im Umfeld der Impfgegner wird zwar kritisch kommentiert aber meiner Meinung nach (unabhängig vom eigentlichen Thema und die Diskussion darüber) viel zu selten deutlich sanktioniert. Umso wichtiger sollte es für und Alle  sein, diese Hetze zusätzlich nicht durch verdeckte, antisemitisch auslegbare Begriffe zu unterstützen. Erst recht nicht, da unsere Sprache genug starke Begriffe besitzt, mit denen Betrügereien und geheime Absprachen treffend formuliert werden können.

Freitag, 3. Dezember 2021

Spam Spam Spam

 Regt ihr euch auch jeden Tag über die unzähligen Spam-Mails in eurem Postfach auf? Alleine heute habe ich 50 solcher unnötigen Werbemails gelöscht. So nervig diese Nachrichten auch sind, interessant  ist die Geschichte hinter dem Begriff "Spam". Tatsächlich kommt der Begriff aus der Lebensmittelindustrie, genauer gesagt aus dem Fleischereigeschäft. Die Bezeichnung "Spam" wurde 1936 in England für Dosenfleisch entwickelt und stand als Abkürzung für SpicedHam, also gewürzter Schinken. Als eine der wichtigsten Nahrungsmittel, die während des zweiten Weltkriegs nahezu uneingeschränkt verfügbar gewesen sind, war der Begriff überall präsent.
Später hat dann die britische Comedyserie Monty Python´s Flying Circus den Begriff in einem Sketch verarbeitet und ihm dort einen dominanten Part zugewiesen. Mit Beginn des Internetzeitalters wurde die übermäßig häufige Wiederholung des Wortes in dem Sketch aufgegriffen und der Begriff "Spam" für das massenhafte Überschwemmen des Textinterfaces mit eigenen Botschaftenin den ersten Online-Spielen verwendet und damit gleichzeitig eines der ersten Memes erschaffen. Diese Verwendung wurde dann auch in den ersten Newsgroups für sich regelmäßig wiederholende Meldungen verwendet. Spätestens seit diesem Zeitpunkt hat sich der Begriff etabliert und gehört heute (leider) zum festen Bestandteil der virtuellen Welt.



Die Sache mit dem Sprachverfall

 Immer wieder höre und lese ich, dass die Jugend von heute nicht mehr in der Lage ist, sich "richtig" auszudrücken. Der so genannt...