Donnerstag, 28. April 2022

Zahlen Bitte!

 Huch, da ist mir doch fast ein kleines Jubiläum durch die Finger gerutscht. Dieser kleine Blog durfte kürzlich seinen 2.000 Aufruf feiern. Nicht, dass es etwas Besonderes wäre, aber ich nehme dieses Jubiläum doch gerne zum Anlass um mich ein wenig mit der Welt der Zahlen zu beschäftigen.
Unser Zahlensystem im Bereich der größeren Zahlen ist in einem Dreiersystem aufgebaut.
10³ = 1000 ("eintausend")
10^6 = 1.000.000 ("eine Million")
10^9 = 1.000.000.000 ("eine Milliarde") usw.
Wusstet ihr aber auch, dass es einen eigenen Begriff für 10^4, also "zehntausend" gibt?
Die so genannte Myriade zählte im alten Griechenland als Maßeinheit für eben diese Zahl, die sich auch in dem Begriff der "oberen Zehntausend" wiederfindet.
Eine Zählweise, die sich in China entwickelt hat, hat sich übrigens bis heute die 10.000 als Maßstab für größere Zahleinheiten festgesetzt. So werden größere Geldbeträge in Einheiten zu mehreren wan oder man angegeben, wobei 1 wan wieder 10.000 Einheiten entspricht.
Der japanische Begriff Banzai! hat sich daraus entwickelt und heißt übersetzt in etwa soviel wie "10.000 Jahre!" und bezeichnet den Wunsch nach 10.000 Jahren Glück. Mal sehen, ob sich dieser Blog als Relikt auch so lange hält. Wir werden es sicherlich nicht mehr miterleben aber interessant ist diese Vorstellung schon.

Montag, 18. April 2022

In der Kürze liegt die Würze

Wer hin und wieder mal die Bundestagsdebatten im Fernsehen verfolgt, und dabei nicht einschläft, hat sicherlich die Personen bemerkt, die vor dem Rednerpult sitzen und fleißig schreiben. Diese Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Bundestages gehören zum so genannten stenografischen Dienst. Ihre Aufgabe ist es, ein Wortprotokoll der Sitzung anzufertigen. Dazu gehören zum Einen die vollständigen Abschriften der einzelnen Reden, aber auch Zwischenrufe, Fragen, Wortmeldungen und andere Ereignisse im Plenarsaal.
Um all diese Ereignisse schriftlich festzuhalten, werden die Protokolle in einer besonderen Schreibform
festgehalten. Es handelt sich hierbei um Stenografie, genauer gesagt um die Redeschrift der Stenografie.
Die aktuell geläufige deutsche Form der so genannten Kurzschrift ist die so genannte "Deutsche
Einheitskurzschrift". Sie basiert auf einer Mischung zwischen dem System von Franz Xaver Gabelsberger, sowie den Systemen der Herren Heinrich August Wilhelm Stolze und Ferdinand Schrey. Seit dem Ende der 1960er Jahre ist diese Version der Kurzschrift das Standardsystem in Deutschland und Östererich.
Die Deutsche Einheitskurzschrift kann in drei Stufen aufgeteilt werden:
- Verkehrsschrift mit einer Geschwindigkeit von etwa 80 Silben pro Minute
- Eilschrift mit einer Geschwindigkeit von etwa 200 Silben pro Minute
- Redeschrift mit einer Geschwindigkeit von bis zu 500 Silben pro Minute.
(Der Rekord für schnelles Schreiben in der Redeschrift liegt bei 520 Silben pro Minute).
Die Stenografen im Bundestag verwenden für die Anfertigung der Protokolle die Redeschrift. Hinzu kommen noch weitere Abkürzungen der Zeichen um noch schneller mitschreiben zu können. Außerdem wird immer im Team gearbeitet. Ständig sitzen zwei Stenografen im Plenarsaal. Außerdem wird alle 5 Minuten gewechselt. Sechzehn Stenografen und Stenografinnen sind an einem Sitzungstag im Dauereinsatz. Nur so lassen sich alle Wortmeldungen auch vollständig erfassen (Quelle: Deutscher Bundestag, www.bundestag.de). Wer selber mal ausprobieren möchte, wie sich einzelne Wörter oder ganze Sätze in Stenografie darstellen lassen, findet unter 

http://steno.tu-clausthal.de/?DIR=DEK&Input=Stenografie%0D%0A&Proof=0&Scherung=15 

ein Tool, mit dem sich ein eingetippter Satz in einen Satz in Verkehrsschrift umwandeln lässt.
Quelle: www.bayern.landtag.de

Montag, 11. April 2022

Beachtet die Minderheiten

 In Deutschland ist deutsch die am häufigsten gesprochene Sprache. Diese Erkenntnis dürfte wohl niemanden wirklich zum Staunen bringen. Aber wusstet ihr, dass es in Deutschland insgesamt 7 (8 bei Berücksichtigung der Deutschen Gebärdensprache) offiziell anerkannte Regional- und Minderheitensprachen gibt? Sie werden von verschiedenen Volksgruppen in Deutschland gepflegt und bewahrt.
Neben der dänischen Sprache gehören somit auch Nordfriesisch, Saterfriesisch, Plattdeutsch, Niedersorbisch, Obersorbisch und Romanes zu den offiziellen Regional- und Minderheitensprachen. Vermutlich habt ihr von der ein oder anderen Sprache noch nicht viel gehört. Das mag daran liegen, dass sie nur noch von einer kleinen Gruppe von Menschen gesprochen werden. Saterfriesisch z.B. wird nur noch von etwa 1000 Menschen in Niedersachsen aktiv gesprochen.
Umso bedauerlicher finde ich es, dass diese Minderheitensprachen so selten beachtet werden. Stattdessen sehen wir mit an, wie sie langsam aber sicher aus der Gesellschaft verschwinden und in absehbarer Zeit nur noch eine Randnotiz in den Archiven wert sein werden. Wer mehr über die einzelnen Sprachen lernen möchte, kann sich mal hier umsehen:
- http://www.nordfriiskinstituut.de (friesisch)
- http://www.platt-wb.de (plattdeutsch)
- http://www.dolnoserbski.de/dnw/ (niedersorbisch)
- http://www.obersorbisch.de (obersorbisch)
- http://www.schule-mehrsprachig.at/fileadmin/schule_mehrsprachig/
redaktion/sprachensteckbriefe/pdf/ssb_romani_11.pdf (romanes)
Ich möchte zumindest einen kleinen Beitrag zum Erhalt dieser Sprachen leisten und verabschiede mich daher für heute mal multilingual mit
Hej Hej!
Holl di munter!
Kiek moal wedder in!
Bit tö`een anner mol!
Božemje!
na zasejwizenje!
Žišunibe!

Die Sache mit dem Sprachverfall

 Immer wieder höre und lese ich, dass die Jugend von heute nicht mehr in der Lage ist, sich "richtig" auszudrücken. Der so genannt...