Donnerstag, 30. September 2021

Von Büffeln und anderen Rüpeln

 Man sagt ja immer, die deutsche Sprache sei kompliziert und schwer zu erlernen. Die englische Sprache schafft es jedoch, einen grammatikalisch richtigen Satz hervorzubringen, der aus einer mehrfachen Wiederholung ein un des selben Wortes besteht:

"Buffalo buffalo Buffalo buffalo buffalo buffalo Buffalo buffalo".

 Der Einfachheit halber habe ich den Satz mal in sinnvoller Glieder aufgeteilt:

[Buffalo buffalo] [Buffalo buffalo buffalo] [buffalo Buffalo buffalo].

Zu deutsch lautet der Satz etwa wie folgt: Büffel aus Buffalo, die von Büffeln aus Buffalo schikaniert werden, schikanieren Büffel aus Buffalo. Wer soll sich da noch zurecht finden‽

 


 

Mittwoch, 29. September 2021

Reupload: Behinderungen der Sprache

 Der ursprüngliche Post ist tatsächlich 4 Jahre alt und ich muss leider feststellen, dass sich nichts auch nur im Ansatz verändert hat. Ja, Sprachwandel braucht seine Zeit, aber für diesen Sprachwandel brauchen wir wohl einen langen Atem:

Randnotiz: Ich habe lange überlegt, ob ich diesen Eintrag veröffentlichen soll oder lieber nicht. Da ich aber als Blogger durchaus auch eine Verantwortung sehe, mich zu gesellschaftspolitischen Themen zu äußern, werde ich auch jetzt zu einem Thema Stellung beziehen, das eigentlich in unserer Gesellschaft nicht mehr wirklich diskutiert werden sollte. "Bist du behindert?!" Diese Frage ist mir vor kurzem während einer Diskussion gestellt worden. Ich habe es gewagt, die Thesen meines Gegenüber zu hinterfragen und kritisch zu bewerten.

 An dieser Stelle sollte ich vielleicht als weitere Randnotiz erwähnen, dass ich tatsächlich eine angeborene Körpeprbehinderung habe, die aber nicht weiter auffällt und daher offensichtlich gerne mal von anderen übersehen wird. Normalerweise habe ich bis jetzt solche Aussagen ignoriert. In dieser Diskussion habe ich mich allerdings dazu genötigt gesehen, diese rhetorisch gemeinte Frage zu bejahen. Was darauf folgte war eine Verschärfung der Diskussion gefolgt von einer Grundsatzdebatte ob ich denn jede Aussage wortwörtlich nehmen müsse. Mich hat dieses Erlebnis frustriert und es beschäftigt mich bis heute - mehr, als es vielleicht sollte. Vor allen Dingen stelle ich mir in diesem Zusammenhang die Frage, wie das neutrale Wort "behindert" überhaupt mit einer negativen Bewertung in unseren allgemeinen Sprachgebrauch kommen und sich nun seit mehreren Jahren dort halten konnte. Mal ehrlich, wir leben in einer Gesellschaft, die sich eine monatelange Diskussion über Mohrenköpfe und Negerküsse leistet. Die anschließend die Kaufregale räumt und mit Schoko- und Schaumküssen füllt. Auch der Begriff "getürkt" für eine Fälschung ist, Gott sei Dank, mittlerweile nach einer ausführlichen Diskussion nahezu in der Versenkung verschwunden. Warum also brauchen wir nun neuen Randgruppen um etwas Negatives auszudrücken? Reichen unsere umfangreichen Ausdrücke wie "schlecht", "scheiße", "dumm", "dämlich" oder "asozial" dafür nicht mehr aus? Nur so am Rande erwähnt, eine ähnliche Entwicklung lässt sich für den eigentlich neutralen Begriff "schwul" feststellen.

 Wir führen in dem Zusammenhang übrigens seit längerer Zeit eine weitere Diskussion zum Thema "Inklusion". Die scheint offensichtlich spätestens beim alltäglichen Sprachgebrauch aufzuhören. Meiner Meinung nach sollte sie aber genau da anfangen: Solange der Begriff "behindert" in unserer Alltagssprache herabwertend benutzt wird, findet eine automatische Abgrenzung und Herabwertung von Menschen mit einer tatsächlichen körperlichen oder geistigen Behinderung statt. Bevor wir uns also in der Praxis mit dem Thema Inklusion auseinandersetzen, sollten wir also erst einmal im Kleinen mit der Sprache anfangen und beschreibende Wörter wie "behindert" oder "schwul" genau also solche zu verwenden und jegliche Wertung aus ihnen entfernen. Erst dann können wir überhaupt anfangen von einer wahren Inklusion zu sprechen.

Dienstag, 28. September 2021

Das Parlament und seine Bedeutung

 Letzten Sonntag war es wieder soweit: 60,4 Mio. Wahlberechtige in Deutschland waren dazu aufgerufen, ein neues Parlament zu wählen. Auch wenn wir in diesem Jahr einen Rekord an Briefwählenden haben werden, ging es wohl vielen Wahlberechtigen jedoch wieder einmal ähnlich wie mir, sie haben keine Idee für welche Partei sie abstimmen sollen. Ein Grund dafür könnte damit zusammenhängen, dass zumindest in Deutschland die ursprüngliche Bedeutung des Wortes "Parlament" immer häufiger in den Hintergrund gedrängt wird. Das Wort "Parlament" kommt ursprünglich aus dem Französischen. "Parler" heißt soviel wie "reden", und ein "parlement" ist nichts anderes als eine Unterredung. Das Parlament sollte demnach also eigentlich der Ort sein, an dem formelle Gespräche und Debatten öffentlich geführt werden. Leider findet der Hauptteil der Arbeit heutzutage in meist nicht-öffentlichen Ausschusssitzungen statt oder verlagert sich in Diskussionsrunden, in denen ein Thema oft nur an der Oberfläche behandelt werden kann. Bei den Abstimmungen und den Debatten im Parlament sind dann augenscheinlich nur im Ausnahmefall tatsächlich mehr als die Hälfte aller gewählten Abgeordneten anwesend. Bleibt nur zu hoffen, dass sich unsere Abgeordneten irgendwann einmal wieder an die ursprüngliche Bedeutung des Wortes erinnern und ihre Debatten von den nicht-öffentlichen Ausschüssen zurück in den Plenarsaal verlagern und so die politischen Diskussionen durch einen offenen und geregelten Austausch von Argumenten bereichern. Vielleicht sorgt das ja auch mal für einen nachhaltigen Schub gegen Politikverdrossenheit. Das war es auch erst einmal wieder von mir. Demnächst gibt es wieder ein paar Fehltritte zum Schmunzeln.

Humor der deutschen Sprache

 Das Gegenteil von "umfahren" ist "umfahren". 

Und da heißt es noch, die deutsche Sprache sei humorlos.

Und mit dieser kleinen Anekdote habe ich doch tatsächlich wieder meinen alten Blog über Sprache und Schrift wieder aktiviert. Manchmal geschehen halt doch noch Zeichen und Wunder. Was mich motiviert hat? Ein bisschen Abwechslung, ein bisschen Frust, vielleicht ein bisschen Nostalgie. Auf jeden Fall werden hier in der nächsten Zeit viele alte Beiträge neu hochgeladen aber auch einige neue Beiträge verfasst in denen es um verschiedene Bereiche der Sprachwissenschaften geht. Ich freue mich.

Der Rubel rollt

 Die weltweite Wirtschaft scheint aus den Fugen zu geraten und die unterschiedlichsten Währungen sind derzeit in aller Munde. Aber woher kom...