Donnerstag, 24. Februar 2022

Fasching, Fastnacht, Karneval

 Jetzt beginnen wieder in vielen Orten in Deutschland die Höhepunkte der närrischen 5. Jahreszeit, die wohl auch in diesem Jahr vermutlich nicht in den großen Umzügen zum Rosenmontag münden, wie wir sie aus der Vergangenheit kennen und am Aschermittwoch ihr Ende finden. Anschließend beginnt die
christliche Fastenzeit, die bis Ostern anhält. So wundert es nicht, dass die Begriffe für die närrische Zeit direkt oder indirekt mit der anschließenden Fastenzeit in Verbindung stehen. Der Begriff "Karneval" leitet sich vermutlich aus dem Lateinischen Satz carne levare! (dt. Fleisch wegnehmen) ab. Bei der süddeutschen "Fastnacht" ist es leicht, die Herleitung zur Nacht vor der Fastenzeit herzustellen. Der Begriff "Fasching" hat sich im Laufe der Jahre aus dem Fastschank also dem letzten Ausschank von Bier vor der Fastenzeit entwickelt.
Wie sieht es bei euch aus? Werdet ihr nach Aschermittwoch in irgend einer Form fasten? Habt ihr schon einmal gefastet? Ich werde wohl auch in diesem Jahr wieder nicht dazu kommen, auf irgend etwas zu fasten. Vielleicht habt ihr ja mehr Muße, diese Tradition durchzuhalten. Ob ihr Karneval feiert oder nicht, passt auf euch auf.

Donnerstag, 17. Februar 2022

Das doppelte Lottchen

 Wisst ihr, was die Wörter "ich", "möchte" und "reich" auf der einen Seite und "ach", "Buch", und "Flucht" auf der anderen Seite gemeinsam haben? Sie gehören zu den deutschen Wörtern, die mit einem so genannten Allophon gebildet werden. Als Allophon bezeichnet man die "lautliche Variante eines Phonems" wobei ein Phonem gleichzusetzen ist mit einem bestimmten Laut in einer Sprache, in diesem Fall also dem "ch-Laut". 

In der Lautschrift werden diese Phoneme als [ç] oder stimmloser palataler Frikativ für den "ich-Laut" und [?] oder stimmloser uvularer Frikativ für den "ach-Laut" bezeichnet.
Die Besonderheit bei den Allophonen ist, dass sie theoretisch untereinander ausgetauscht werden könnten, ohne, dass das gesagte Wort seine Bedeutung verändern würde. 

Da wir Menschen allerdings faul sind, auch in der Sprache, haben wir uns in der deutschen Sprache angewöhnt, den stimmlosen palatalen Frikativ nach den vorderen Vokalen ( e- und i-Laute) und den stimmlosen uvularen Frikativ nach allen hinteren Vokalen (a-, o-, und u- Laute) zu benutzen. Vielleicht achtet ihr das nächste Mal darauf, wo ihr im Mund ein "ch" produziert, und versucht, das jeweils andere "ch" zu verwenden. Ihr werdet merken, dass es einen Unterschied gibt, und dass es gar nicht so leicht ist, den jeweils umgekehrten Laut zu verwenden.

Mittwoch, 2. Februar 2022

Isoliert aber nicht alleine

 Baskisch gehört zu einer der wenigen Sprachen auf der Welt, die keiner Sprachfamilie zugeordnet werden können, es ist eine so genannte isolierte Sprache. Ich bin durch Zufall auf einige Besonderheiten des Baskischen hingewiesen worden und muss gestehen, dass mich der Aufbau dieser Sprache ein wenig fasziniert hat. Vielleicht werde ich mich demnächst mal ausführlicher damit beschäftigen, hier sind erst einmal ein paar grundlegende Fakten dazu:
Innerhalb der europäischen Sprachfamilie besitzt die baskische Sprache einen Sonderstatus, da alle anderen Sprachen einer der größeren Sprachfamilien zugeordnet werden können, nur Baskisch fällt da vollständig aus der Rolle. Insgesamt sprechen etwas über 1,8 Mio. Personen die Sprache von denen rund 750.000 im baskischen Urpsrungsgebiet im Nordwesten Spaniens in den Pyrenäen leben.
Eine der besonderen Eigenschaften der Sprache ist die, dass sie zu den so genannten Ergativ-Sprachen gehört. Das bedeutet, dass in dieser Sprache keine grammatikalischen Fälle wie in der deutschen Sprache existieren. Stattdessen wird das Subjekt in einem Satz mit zwei Komponenten (transitiv) in der Ergativ-Form und das Objekt in der Absolutiv-Form geschrieben, während in einem intransitiven Satz mit nur einer Komponente das Subjekt die Absolutiv-Form einnimmt.
Eine weitere Besonderheit dieser Sprache ist die Gruppenflexion, die sich jedoch auch in einigen Turksprachen wie dem Türkischen wiederfindet. So werden Verben mit den dazugehörigen Pronomina zusammengefasst und können so in einem Wort einen ganzen transitiven Satz in der Form "Er streichelt den Hund" oder ditransitiven Satz in der Form "Sie gibt ihm den Brief" ausdrücken.
Vermutlich gibt es noch einige interessante Eigenschaften mehr, die diese Sprache besonders macht. Mit
Sicherheit ist mein Interesse an der baskischen Sprache und Kultur geweckt worden. Mal sehen, was es noch zu entdecken gibt. Bis dahin verabschiede ich mich wieder mit einem
"Agur!" (baskisch für "Bis bald")

Die Sache mit dem Sprachverfall

 Immer wieder höre und lese ich, dass die Jugend von heute nicht mehr in der Lage ist, sich "richtig" auszudrücken. Der so genannt...