Freitag, 5. August 2022

Der Rubel rollt

 Die weltweite Wirtschaft scheint aus den Fugen zu geraten und die unterschiedlichsten Währungen sind derzeit in aller Munde. Aber woher kommen die Namen der einzelnen Währungseinheiten? Was hat der Dollar mit Slowenien zu tun? Und wieso bezieht sich die Lira auf das Wiegen von Waren?
Fangen wir am Besten von vorne an. Der Tausch von Gütern zu vorher vereinbarten Konditionen ist vermutlich so alt wie die Menschheit selbst. Bereits 2000 Jahre v.d.Z. wurden Schnecken oder Muscheln als Zahlungsmittel in China verwendet. Schon zu diesem Zeitpunkt soll es übrigens auch das erste Falschgeld gegeben haben.
Im europäischen Sprachraum hat sich die Entwicklung von Münzgeld seit dem 7. Jhdt. v.d. Z. entwickelt. Durch die Erkenntnis, dass es nun eine verbindliche und einheitliche Tauschwährung gab, die einen festen Wert besitzt, hat sich das Produkt Münzgeld schnell durchsetzen können. Woher kommen nun aber die verschiedenen Namen für unsere Währung?
Los geht es mit der guten alten Mark (Ältere unter uns werden mit dem Begriff noch etwas anfangen können). Hier gibt es zwei Erklärungen über den Ursprung. Zum einen könnte der Begriff auf die alte germanische Wurzel <marka> zurückgeführt werden, die mit "Teilung" oder "Geteiltes" übersetzt werden kann. Eine weitere mögliche Erklärung ist, dass früher die Gewichtstücke zum Wiegen von
Waren mit einer Marke versehen worden sind. Diese Gewichtstücke wurden genutzt um den Wert der Ware festzulegen, sodass sich im weiteren Verlauf die Bezeichnung Mark für eine Geldeinheit durchgesetzt hat. Ähnlich ist es mit dem bereits in der Überschrift erwähnten Rubel. Er hat seinen Namen aus dem russischen Wort für "abhauen", <rubit> übernommen.
Der Dollar hat seinen Ursprung ebenfalls im deutschen Sprachraum, er leitet sich von dem Taler ab. Dieser wiederum hat seinen Namen vermutlich daher, dass er ursprünglich im Joachimstal (jetzt Tschechische Republik) hergestellt wurde. Er war also ein "Joachimstaler". Einen ähnlichen geographischen Bezug gibt es bei dem ungarischen Forint. Er ist abgeleitet vom "Forin" oder Florentiner Gulden, der, wie der Name es schon vermuten lässt, in Florenz im Umlauf gewesen ist.
Interessant ist die Verbindung zwischen dem ehemaligen österreichischen Schilling und dem ehemaligen
portugiesischen Escudo. Beide könnten sich aus den jeweiligen Begriffen für "Schild" herleiten. So lässt sich der Escudo vom lateinischen <scutum> ableiten, während der Schilling sich aus dem germanischen <*skildulingaz> entwickelt haben könnte.
Zuletzt ein Beitrag aus dem fernen Asien. Der japanische Yen hat seinen Ursprung in der chinesischen Sprache. Dort bezeichnet der Begriff <yuan> lediglich einen runden Gegenstand. Theoretisch könnt somit jeder Knopf als Yen genutzt werden. Ob die Händler diesen jedoch als Zahlungsmittel akzeptieren, sei an dieser Stelle mal offen gelassen.

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