Montag, 17. Oktober 2022

A wie Anton

 A wie Anton, B wie Berta, C wie Cäsar, so habe ich in meiner Ausbildung die "offizielle Buchstabiertafel für die Bundesrepublik Deutschland gemäß DIN 5009" gelernt. Doch das ist Geschichte. Seit dem 13. Mai 2022 existiert eine neue offizielle Variante der Buchstabiertafel, herausgegeben vom Deutschen Institut für Normung. Die Gründe dafür sind vielfältig. Einerseits sind die Vornamen, die Vorzugsweise in der bisherigen Version verwendet wurden, zum größten Teil veraltet oder haben eine negative Konnotation, wie z.B. "X wie Xanthippe". Auch schien die Verteilung von 16 Männernamen zu 8 Frauennamen nicht mehr den modernen Ansprüchen zu genügen. 

Ein weiterer wichtiger Grund für die Neugestaltung liegt in der Entstehungsgeschichte der bisherigen Buchstabiertafel. Sie geht auf die NS-Zeit zurück, als aus der bis dahin gültigen Buchstabiertafel alle jüdisch klingenden Personennamen ersetzt wurden: Aus "N wie Nathan" wurde "N wie Nordpol", aus "S wie Samuel" wurde "S wie Siegfried", und aus "Z wie Zacharias" wurde "Z wie Zeppelin". 

Um dieses historische Thema zu umgehen, wurden in der neuen Fassung Städtenamen verwendet. Diese seien schnell zu lernen, weniger der Mode unterworfen und hätten einen identifizierenden Bezug zu den verschiedenen Regionen Deutschlands.

 (Quelle: https://www.din.de/de/din-und-seine-partner/presse/mitteilungen/von-aachen-bis-zwickau-867074)

 Und damit präsentiere ich euch nun die neue gültige Fassung der deutschen Buchstabiertafel:

A

Aachen

Ä

Aachen Umlaut

B

Berlin

C

Chemnitz

Ch

Chemnitz Hamburg

D

Düsseldorf

E

Essen

F

Frankfurt

G

Goslar

H

Hamburg

I

Ingelheim

J

Jena

K

Köln

L

Leipzig

M

München

N

Nürnberg

O

Offenbach

Ö

Offenbach Umlaut

P

Potsdam

Q

Quickborn

Qu

Quickborn Unna

R

Rostock

S

Salzwedel

Sch

Salzwedel Chemnitz Hamburg

Eszett

T

Tübingen

U

Unna

Ü

Umlaut Unna

V

Völklingen

W

Wuppertal

X

Xanten

Y

Ypsilon

  Z 

Zwickau 

Donnerstag, 13. Oktober 2022

Deutsche Sprache schwere Sprache

Ich habe vor Kurzem ein Schreiben einer Behörde erhalten, für das ich erst einmal eine paar Minuten brauchte, um es zu verstehen. Für mich ist das heute ein Grund, mich mal mit dem Begriff "Leichte Sprache" zu beschäftigen. Unter diesem Schlagwort sollen besonders staatliche Institutionen auf ihren Internetauftritten dafür sorgen, dass die Informationen auch für Menschen mit einer Leseschwäche verständlich sind. Zu den Kriterien für leichte Sprache gehören unter Anderem die Vermeidung von Fremdwörtern kurze Wörter und Sätze, sowie die Verwendung von möglichst viele Verben.
Was im Internet schon erstaunlich gut funktioniert, klappt offline leider bis heute (siehe oben) nur sehr unzureichend. Viele Anträge und Bescheide sind weiterhin in einem Kauderwelsch ausgedrückt, das einem sprichwörtlich die Sprache verschlägt. Gerade hier sollte es doch aber möglich und erforderlich sein, dass Alle sofort verstehen, was sie gerade ausfüllen.


Ich habe mal meine 10 Favoriten zum Thema Beamtendeutsch zusammengefasst und bin mal gespannt, ob ihr erkennt was damit eigentlich gemeint ist:
1. Spontane Begleitvegetation
2. nicht lebende Einfriedung
3. bedarfsgesteuerte Fußgängerfurt
4. Einachsiger Dreiseitenkipper
5. Fernmündliche Abklärung noch offen stehender Fragen
6. Personenvereinzelungsanlage
7. Betriebsmittelaufnahme
8. Raufutter verzehrende Großvieheinheit
9. Lebensberechtigungsbescheinigung
10. Grundstücksentwässerungsanlage


Habt ihr alles verstanden? Wenn ja, steht euch einer Karriere als Beamte wohl nichts mehr im Weg oder ihr wisst, wie man eine bekannte Suchmaschine bedient.

 

Lösung:

1.  Unkraut

2. Zaun

3. Fußgängerampel

4.  Schubkarre

5. Telefonat

6. Drehkreuz

7. Tankvorgang

8. Rind

9. Familienstammbuch

10. Regenrinne


Die Sache mit dem Sprachverfall

 Immer wieder höre und lese ich, dass die Jugend von heute nicht mehr in der Lage ist, sich "richtig" auszudrücken. Der so genannt...